Wiesmann GT MF5

Wiesmann GT M5 



Hamburg, 28.03.2008: Mit dem neuen GT MF5 hat wieder Nachwuchs in der Dülmener Manufaktur von Wiesmann das Licht der Welt erblickt und wurde der staunenden Weltöffentlichkeit zum ersten Mal auf dem diesjährigen 78. Internationalen Auto-Salon in Genf vorgestellt. Und auch diesmal sind sich die beiden Brüder wieder treu geblieben und haben einen Sportwagen nach klassischer Machart auf die Straße gebracht: eine lange Motorhaube, kurze Karosserieüberhänge und ein kleiner Kofferraum, nur mit den notwendigsten Instrumenten ausgerüstet und kräftig motorisiert.

Und speziell beim Triebwerk wurde diesmal richtig rangeklotzt. Musste der GT MF4 noch mit dem 367 PS starken 4,8-Liter-V8 aus dem Hause BMW auskommen, so hält beim MF5 nun der aus M5 und M6 bekannte zehnzylindrige Fünf-Liter-Motor aus den heiligen Hallen der M GmbH Einzug. Dieses Triebwerk hat natürlich leichtes Spiel mit dem nur 1.380 kg schweren Coupe und so verwundert es nicht, dass bereits nach nur 3,9 Sekunden die hunderter Marke fällt und der rasante Vortrieb erst bei 310 km/h zum Stillstand kommt. Damit man dieses Leistungsgewicht von gerade einmal 2,7 /PS auch realisieren konnte, griffen die Jungs von Wiesmann tief in die Trickkiste und so basiert der GT MF5 auf einem Monocoque, das vollständig aus Aluminium gefertigt wird.

Und auch optisch hebt er sich von seinem Vorgänger drastisch ab. Dort überwog eine runde Formensprache, nicht so beim neusten Gecko: An der Front sorgen zwei scharf gezeichnete zusätzliche Lufteinlässe dafür, dass das Frischluftverlangen des V10 ausreichend gestillt wird. In den deutlich verbreiterten Radhäusern wird sowohl an der Vorderachse, als auch an der Hinterachse, die warme Abluft der Bremsen direkt durch Kiemen in den Kotflügeln wieder an die frische Luft gesetzt. Auf dem Heck thront ein mächtiger, kantiger Spoiler und durch die mittig angeordneten Endrohre schreit das Hochdrehzahltriebwerk seine Drehfreudigkeit ins Freie.

Im Interieur fielen die Eingriffe deutlich konservativer aus und wie üblich bei Wiesmann ist die Ansammlung an Instrumenten in der Mittelkonsole ein echter Blickfang. Auch die schon bekannte und perfekte Sitzposition, tief im Wagen und ganz kurz vor der Hinterachse wurde nicht angetastet. Lediglich auf den zweiten Blick fallen die neuen Schaltpaddel am Lenkrad auf, die dazu dienen das SMG III Getriebe durch die sieben Gänge zu geleiten.

Mit dem neuen GT MF5 ist es den Brüdern Friedhelm und Martin Wiesmann wirklich gelungen ihre Modellpalette nach oben abzurunden, denn sie haben es geschafft, dem Hochdrehzahltriebwerk endlich das leichte Zuhause zu geben, was es in M5 und M5 nie wirklich fand. Wenn da nur nicht der Einstiegspreis von 179.800 Euro wäre, der sich durch ein paar individuelle Wünsche aber noch beliebig nach oben korrigieren lässt. Verglichen mit den rund 156.000 Euro, die für den F430 fällig werden eine echte Ansage. Dafür gibt’s aber auch eine waschechte Einzelanfertigung, bei deren Entstehung Einfluss genommen werden kann und die als Endergebnis auf deutschen Straßen noch seltener ist als ein Lamborghini Murciélago.

Text: Michael
Fotos: Wiesmann

 

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