Porsche Cayenne Gladiator 700 GT Biturbo von Enco



Hamburg, 11.10.2009: Trotz leidiger Wirtschaftskrise scheint der Porsche Cayenne Turbo mit seinem serienmäßig 500 PS starken 4,8-Liter-V8 noch immer begehrtes Objekt der Edeltuner zu sein. Neuester „Täter“ in der Gesellschaft der Monstertuner ist Enco mit diesem rollenden Panzer. Die Bezeichnung ist wörtlich zu nehmen: Enco spricht davon, dass der Gladiator im vollen Lauf so viel kinetische Energie trägt, dass er selbst mit einer Bazooka schwer zu stoppen wäre. Möglicherweise ein wichtiges Kriterium, wenn man überlegt, wohin diese Autos meistens verkauft werden. Sollte es tatsächlich mal zu dem unwahrscheinlichen Fall eines Angriffes kommen, ist der „Gladiator“ nicht unbedingt gezwungen, zu kämpfen: neue Turbos und übliches Technikanhängsel verhelfen ihm zu 700 PS und 850 Newtonmeter – genug also, um stilvoll und ohne Ehrverlust zügig das Weite zu suchen. Ob das nötig ist, sei dahingestellt. Denn die riesige Schnauze inklusive Smart-Schluck-Lufteinlass wirkt sicherlich abschreckend genug, um jeden Feind an seinen Intentionen zweifeln zu lassen.

In jeden Fall ist sicher: Wenn schon eine Bazooka die kinetische Energie nicht abbauen kann, so kann es wenigstens der Fahrer. Beziehungsweise sein rechter Fuß: Um die über 2,5 Tonnen Lebendgewicht auch wieder stoppen zu können, hat Enco über 16 Zoll große, mit 12 Kolben bewaffnete Anker - als Scheibenbremse getarnt - verbaut. Andere Tuner verbauen sich in dieser Größe komplette Alufelgen. Enco nicht. Auch diesbezüglich wird hier in anderen Maßstäben gedacht: die Schuhe dieses Monstrums betragen Schuhgröße 23. Kinderschuhe? Nicht wenn‘s um Zoll geht. Und was passt besser als schwarzer Lackschuh mit ein bisschen Rot – sprich rot lackierten Bremsbacken? Damit kann man auch mal abends weggehen! Allgemein beweist Enco sehr viel Konsequenz, was die durchaus gelungene Zweifarb-Lackierung aus Rot und Schwarz angeht.

Auch im sehr sportlich gehaltenen Innenraum setzt sich das Schema fort. Dadurch wirkt selbst das bei diesen Tuningfahrzeugen inflationär gebrauchte Sichtcarbon erfrischend neu. Denn es ist – um es trefflich und Bazooka-passend zu formulieren – Blutrot eingefärbt. Wer sich die Innenraumfotos in der Gallerie genauer anschaut, könnte auch denken, er säße in einem 911 GT3. Nicht ohne Grund, denn eben einem rot gefärbten Überrollkäfig verbaut Enco auch die originalen Alcantara-Schalensitze aus dem Porsche GT3. So gestaltet sich der Gladiator als perfektes Auto für all jene, die genug Liquidität besitzen und die sich nicht erst optisch wieder umgewöhnen möchten, wenn sie von der Rennstrecke aus ihrem GT3 steigen um mit dem Reise-Cayenne wieder nach Hause zu fahren.

Abgerundet wird das optische Gesamtpaket mit einer 50mm-Tieferlegung, 315mm breiten Gummis rundum und einem mächtigen, eingefassten Diffusor am Heck. Hürde für diejenigen, die diesen in 4,5 Sekunden auf 100 beschleunigenden und 290 km/h fahrenden Wandschrank besitzen möchten, dürfte sicherlich der noch nicht bekanntgegebene Preis sein. Allein der Basis-Cayenne-Turbo schlägt bereits mit knapp 113.000 Euro zu Buche. Alternativ könnte man es ja einfach mal mit einer Bazooka versuchen.

Text: Maximilian Schneider

 

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