n2a Anteros



Hamburg, 05.02.2009: Karosserieschneider gab es zu Beginn der automobilen Entwicklung viele. Es war selbstverständlich seinem Fahrzeug eine individuelle Karosse entwerfen zu lassen. Massenproduktion war ein Fremdwort, jedes Auto ein Unikat.

Über die Jahre wurden die Formenkünstler immer mehr verdrängt. Preisdruck, hohe Stückzahlen, aber auch gleich bleibende Qualität waren Probleme, die das Handwerk nicht leicht bewältigen konnte. Es blieb also nur die Nische bei teuren Luxusmodellen wie Ferrari, Rolls-Royce und Co die Blechkleider nach Kundenwunsch zu fromen.

Umso mehr verwundert es, dass das „Coachwork“ in der heutigen Zeit eine Art Renaissance feiert. Der ehemalige Aston-Martin-Designer Henrik Fisker machte es mit seiner gleichnamigen Firma vor und hüllte den BMW M6 und den Mercedes SL AMG in entzückende Formen und nun schneidert der kalifornische Hersteller n2a für die aktuelle Corvette C6 ein attraktives Modell mit dem Namen Anteros.

Das Problem der Corvette ist seit jeher das Image. Etwas halbseiden, etwas rüpelhaft, etwas vulgär. Die Qualitäten der aktuellen Baureihe sind hinlänglich bekannt und sogar der Klassenprimus Porsche 911 kann sich den V8-Bolzen aus Kentucky nur gerade so vom Leib halten, doch trotzdem kommt die Corvette nicht wirklich an beim breiten Publikum.

n2a löst dieses Problem ganz einfach: nichts sieht mehr nach Corvette aus. Kein „seht-her-ich-bin-der-Größte“-Gehabe, sondern pure Eleganz zeichnet den Entwurf aus. Fließende Formen, stimmige Proportionen wurden mit klassischen Elementen gepaart und fertig ist die Nobel-Corvette.

Vorne ein bisschen Ford Thunderbird und hinten entfernte Zitate an den Jaguar XK – der Anteros hat sich die richtigen Vorbilder ausgesucht. Hier gibt es nichts zu kritisieren, sein Auftreten ist einfach nur schön.

Doch es kommt noch besser: wo die Corvette in profanen glasfaserverstärkten Kunststoff gepackt ist, besteht die Karosserie des n2a aus dem High-Tech-Material Kohlefaser. Das kommt dem Gewicht zu Gute, obwohl bereits die Serien-Corvette mit ihren 1400kg nie wirklich übergewichtig war.

Unter der Haut bleibt jedoch (fast) alles beim Alten. Der Anteros stützt sich auf das Serien-Chassis der Corvette und auch der Antrieb wird vom bekannten 6-Liter LS3-V8 übernommen. Er leistet 430 PS. Alternativ kann man auch den großen 7-Liter Motor aus der Corvette Z06 nehmen, der es auf 506 PS bringt. Wem selbst das nicht reicht, dem bietet n2a verschiedene Leistungssteigerungen namhafter Tuner an und so deckt man auch das Spektrum von 600 bis 1000 PS ab.

Dirigiert wird diese geballte Power aus einem Innenraum, der hauptsächlich aus feinstem italienischen Leder besteht. Die Innenraumanmutung der Corvette war auch schon immer ein Schwachpunkt und die großflächige Verarbeitung des handschuhweichen Naturmaterials wertet das Cockpit ungemein auf. Natürlich dürfen dann auch zahlreiche Firmenlogos und Serienplaketten nicht fehlen.

Zu kaufen gibt es den Anteros ab 149.500 Dollar, der Roadster kostet mindestens 154.500 Dollar. Wer auf die Z06-Basis zurückgreifen möchte muss mindestens 176.500 Dollar anlegen, doch nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Über den Preis entscheidet hier letztendlich nur der (gute) Geschmack.

 

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