Koenigsegg Quant



Hamburg, 19.02.2009: Es scheint als gäbe es gar keine Krise. Bedenkt man die Meldungen der letzten Tage scheint alles beim Alten: Luxus-SUV mit Champagner-Bar, Ami-Supersportler mit 1600PS-V8, ein neuer Pagani mit LeMans-Motor und so weiter.

Auch die deutschen Hersteller fahren trotz Absatzkrise schwere Geschütze auf: BMW präsentiert den großen Reisefünfer „Gran Turismo“, Audi fährt mit dem 525PS starken R8 V10 in die Liga von Ferrari und Lamborghini und auch Porsche trumpft mit dem großen Luxusliner Panamera auf.

Überhaupt scheinen große Viersitzer Hochkonjunktur zu haben. Maserati hat es mit dem Quattroporte schon lange vorgemacht, Porsche ist nun auf den Zug aufgesprungen und auch Aston Martin hat mit dem Rapide in naher Zukunft ein heißes Eisen im Feuer. Sogar Lamborghini hat mit dem Estoque eine erste Idee von viersitziger Sportlichkeit gezeigt.

Klar dass da auch die Mannschaft von Koenigsegg nicht tatenlos zusehen kann. Nachdem der gleichnamige Supersportler seit Jahren bereits erfolgreich auf dem Markt ist gibt es von der schwedischen Manufaktur nun auf dem Genfer Salon ein echtes Highlight zu bestaunen: den Quant.

Der Name soll stellvertretend für den Vorsprung sein, dessen sich die Schweden in Bezug auf ihre Konkurrenz sicher sind. Schließlich wird der Quant nicht auf einem langweiligen und schweren Großserienchassis stehen, oder luxuriöse Platzverhältnisse im Fond bieten, er umhüllt seine vier Insassen in ein hautenges Carbonfaser-Chassis.

Doch diese Leichtigkeit wäre angesichts der Leistung gar nicht nötig, denn der wahr Quantensprung liegt in der Motorleistung verborgen: 512PS leisten die beiden Elektromotoren zusammen und das ist erst der Anfang.

Jeder dieser Motoren treibt alleine ein Hinterrad an. Das ermöglicht den Wegfall eines Differenzials, spart Gewicht und optimiert die Reibungsverluste. Außerdem kann man die Funktion des Diffs ganz einfach über die Steuerung der Motoren wiederherstellen.

Koenigsegg baut den Quant als Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit NLV Solar AG. Deren Ingenieure haben sich auch den FAES-Energiespeicher ausgedacht. Der Flow Accumulator Energy Storage soll nicht nur in 20 Minuten aufgeladen sein, sondern auch 500 Kilometer Reichweite ermöglichen. Um diese zu vergrößern liefert NLV Solar auch gleich eine ultradünne Photovoltaik-Beschichtung mit, die die Karosserie des Quant bei Sonnenschein als Energiespender benutzt.

Das FAES-Akkusystem wiegt nur 450kg und das Gesamtgewicht des Quant liegt damit bei schlanken 1780kg. Vollgetankt versteht sich - obwohl nichts mehr getankt werden muss, denn Koenigsegg vertraut allein auf die Technik von NLV und die gute Aerodynamik des Quant. Ein Hybrid-System sparen sich die Schweden deshalb selbstbewusst.

Bei den Fahrleistungen kann man das Vertrauen gut verstehen, denn schließlich soll der Quant auch dank der 715Nm Drehmoment beider Elektromotoren in 5,2 Sekunden auf hundert beschleunigen und 275km/h Spitze erreichen.

Für eine reines Elektroauto sind das sensationelle Werte. Man darf gespannt sein wann und in welcher Akku/Motor-Konfiguration der Quant tatsächlich in Serie geht, aber wie Koenigsegg in der Vergangenheit schon oft bewiesen hat: die Schweden habens drauf!

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