eRUF Greenster



Hamburg, 04.03.2009: Letztes Jahr präsentierte Alois Ruf mit seinem Erprobungswagen den ersten Elektro-Porsche der Welt. Der 911 auf Basis des Modells 997 wurde von einem 204PS-Motor angetrieben, der bis zu 650Nm an das serienmäßige Sechsgangetriebe schickte.

Die Batterietechnik setzte auf 96 konvetionelle Metall-Hybrid-Zellen, die mit 650kg Eigengewicht die Gesamtmasse des E-Elfers auf über 1900kg steigerten.

Die Fachwelt war entzückt, denn der Ruf-Elfer fuhr sich frei von Allüren und ließ sich intuitiv bewegen. Umso mehr erstaunt deshalb das neueste Modell des Ruf’schen Fahrzeugprogramms: der eRUF Greenster.

Historiker mögen jubeln das der Edelstahl-Targa wieder da ist, doch die schicke Hülle ist nur die Spitze des Einsbergs. Natürlich freut es den Porsche-Fan endlich wieder mit dem Blick am klassischen Targa-Bügel mit Faltheckscheibe hängen bleiben zu dürfen, doch das was RUF auf Basis des 997 Cabrios auf die Beine gestellt hat ist schlicht eine Sensation.

Nur ein Jahr nach der Studie steht mit dem Greenster in Genf die Serienversion des Elektro-911 und doch hat sie mit der Studie nicht viel gemeinsam.

Da wäre zuerst der Antrieb: statt 204PS sorgen nun von Siemens zugelieferte 362PS für standesgemäßen Porsche-Vortrieb. Doch wirklich monumental ist das Drehmoment des elektrischen Antriebes: 950Nm setzt der Läufer frei und sollte damit für wirklich atemberaubende Beschleunigung sorgen.

Abgegeben wird die Kraft auf ein Automatikgetriebe mit nur zwei Gängen – vorwärts und rückwärts. So simpel kann Fortschritt sein. Die Übersetzung und die große Elastizität des Motors sorgen für Sprintwerte von 0-100 in knappen 5 Sekunden. Topspeed des Greenster sind abgeregelte 250km/h. Mehr ginge zwar, dann aber auf Kosten der Bauteile und vor allem der Reichweite.

Sie ist ohnehin die Achillesferse eines jeden Elektroautos. Im Greenster stellen (im Gegensatz zur Studie) modernste Lithium-Ionen-Akkus von Zulieferer GAIA die Stromversorgung sicher. Die 400-Volt-Akkus sind erstmals in einem Elektrofahrzeug mit einem bidirektionalen Netzanschluss ausgerüstet. Das bedeutet, dass der Greenster ohne Ladeelektronik auskommt und mit normalen Kraftstrom innerhalb von einer Stunde wieder voll aufladen lässt um eine Reichweite von 250 Kilometern sicherzustellen. (320km gegen Aufpreis mit großem Batteriepack)

Zwar schreiben viele – gerade amerikanische Hersteller – ähnliche Wunderladezeiten, doch das geballte Know-How von Kraftwerk-Privatier Alois Ruf und Siemens Corporate Technology lassen die geringen Ladezeiten erstmals in greifbare Nähe rücken. Bei Bedarf kann der Greenster seine gespeicherte Energie sogar wieder ins Netz zurückspeisen – wenn Ihr Landhaus also nicht zu weit von daheim weg ist geht sich vielleicht die Fahrt dahin, der romantische Abend mit Stromversorgung des Porsches vor der Tür und die anschließende Heimfahrt wieder aus…

Abseits solcher Späße bewegt sich indes die Serienplanung für den Greenster. RUF will noch in 2010 mit dem Verkauf beginnen. Zwar ist der grüne Targa auf wenige Exemplare limitiert und auch der Preis wird jenseits von gut und böse sein, doch der Reiz des Besonderen lockte die solventen Kunden schon immer zu RUF und dieses Mal müssen sie nicht einmal ein schlechtes Umwelt-Gewissen haben.

Text: Fabian Mechtel (asphaltfrage.de)

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