Hamburg, 25.02.2009: Vor einigen Wochen sorgte Bentley für Aufsehen, als sie in einem kurzen Video die Präsentation des Bentley „Extreme“ ankündigten. Mehr als eine aggressiv gestaltete Front war aber leider nicht zu sehen.
Die Presseabteilung verkündete jedoch selbstbewusst, dass es sich hierbei um den stärksten und schnellsten Serien-Bentley aller Zeiten handelt und dass diese Leistung auf den Einsatz von Bio-Ethanol E85 zurückzuführen sei.
Nun gibt es endlich mehr Details zum vage beschriebenen „Extreme“. Der Deckname sollte wohl nur ein Appetizer sein, denn die neueste Kreation aus Crewe nennt sich Continental Supersports und wird auf dem Genfer Salon präsentiert.
Der super Sportler basiert auf dem Continental GT Speed und unterscheidet sich vor allem von außen deutlich vom Bruder: Die angesprochene Front hat es bis ins Serienmodell geschafft und wird vor allem von den massiven Lufteinlässen geprägt. Maschendraht soweit das Auge reicht um dem Motor ausreichend Kühlluft zur Verfügung zu stellen. Die Scheinwerfer sind zur Steigerung des Überholprestiges ordentlich schwarz geschminkt worden. Die Seitenlinie bekommt neue Schweller und das Heck trägt einen angedeuteten Diffusor zwischen den großen Ovalendrohren.
Herzstück des Supersports ist aber natürlich der Motor. Das 6-Liter W12 Biturbo-Kraftpaket des Bentley Speed leistet bereits serienmäßig 610PS, doch im Supersports wurde ihm der Umgang mit dem Leistungskraftstoff E85 beigebracht. Ein Sensor im Tank erkennt jedes Mischungsverhältnis E85/normalem Kraftstoff und regelt dementsprechend Einspritzmenge und Zündung nach. Bentley gibt an, dass der Supersports in jeder Situation die gleiche Leistung und das gleiche Drehmoment bereitstellen kann. 630PS und mächtige 800Nm sind der Lohn der Mühe.
Um dieser Kraft Herr zu werden haben die Ingenieure den Antriebsstrang deutlich modifiziert. Als Getriebe kommt ein überarbeitetes Sechsgang-Automatikgetriebe von ZF zum Einsatz, dass dank QuickShift-Funktion die Schaltzeiten um 50% gegenüber zum Vorgänger verkürzen konnte.
Auch im Supersports überträgt ein Allrad-Antrieb die Kräfte – jedoch ist er im schnellsten Bentley etwas heckbetonter ausgelegt und kann bis zu 60% der Momente an die Hinterachse übertragen. Derart gerüstet sprintet der 2,24t Sportler in 3,9 Sekunden auf 100 und bei 329km/h gibt der Motor gegenüber den Fahrwiderständen auf.
Dem Abbau dieser Tempi ist eine monumentale Bremsanlage verpflichtet, die mit ihren 420mm Scheibendurchmesser geradeso unter die geschmiedeten 20-Zoll Felgen passt. Noch dazu bestehen die Scheiben aus hochbelastbarem Karbon/Keramik-Verbundmaterial und sollten zu jeder Zeit ausreichend Biss zur Verfügung stellen.
Im Innenraum hingegen geht es etwas weniger mächtig zu: die komfortablen Komfortsitze fehlen im Supersports, stattdessen gibt es hautenge Karbon-Schalensitze. Edles abgestepptes Leder findet sich nicht nur auf der Sitzfläche, sondern auch an Türtafeln, Dachhimmel und Gepäckablage hinter den Vordersitzen. Wer allerdings dorthin gelangen möchte, der muss das Gepäck erstmal über die massive Carbonquerstrebe hieven, die zur Aussteifung der Karosserie montiert wurde.
An diesen kleinen Details, wie auch am überarbeiteten Fahrwerk erkennt man, dass Bentley im Supersports nicht nur einen dicken Motor eingepflanzt hat, sondern sich durchaus tiefgreifende Gedanken gemacht hat, wie man den großen Continental etwas sportlicher machen kann.
Der Preis des Supersports ist noch nicht bekannt, dürfte aber eng an der 250.000 EUR Marke liegen. Wohl dem, der soviel Geld für den Umweltschutz ausgeben kann…
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